An den österreichischen Grenzen 2009

Der Salzburger Fotograf Kurt Kaindl fährt heute, fast 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, die Grenzen zu den ehemalig kommunistischen Nachbarländern ab. Auf seinen Reisen sammelt er fotografische Impressionen aus dem Grenzgebiet.

Die Spurensuche nach Menschen, Objekten und Landschaften entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs steht im Mittelpunkt von Kaindls Interesse. Mit der Kamera sucht der Salzburger Fotograf Bezüge zur Gegenwart.

"Der Eiserne Vorhang war neben einer geografischen Linie vor allem auch eine ideologische Grenze", sagt Kaindl, "und ist für die Betroffenen oft bis heute eine Trennlinie geblieben." Die Generationen, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs geboren sind, hätten allerdings oft kaum noch eine Vorstellung von der Bedeutung dieser Grenze.

Kaindl bereiste für seine Fotoreportage die innereuropäische Grenzlinie von Lübeck bis Triest. "Ich nähere mich der ehemaligen Grenze von beiden Seiten und versuche die besondere Atmosphäre darzustellen, die durch das ausgedehnte Niemandsland entstandene Landschaft und vor allem die Menschen, die immer noch oder jetzt erst wieder an dieser Grenze leben", erzählt Kaindl.

Museum Gojak

Eine Gruppe von Menschen vor dem Museum Gojak. Foto: Kurt Kaindl

Privates Museum von Gojak Sandor zum Eisernen Vorhang im ungarischen Teil des Eisenbergs. Das alte Hinweisschild warnt:"Haben auf eine Miene getreten. Sie sind tot!"

Werbung von Ärzten in Fertörákos

Im Ortsgebiet von Fertörákos. Foto: Kurt Kaindl

Im Ortsgebiet von Fertörákos werben Zahnärzte und Schönheitschirurgen für ihr Angebot.

An der ungarischen Grenze bei Fertörákos

Links: Tür-Skulptur bei Fertörákos. Rechts: Familie Huber zeigt ein Stück Stacheldraht vom Eisernen Vorhang. Fotos: Kurt Kaindl

Linkes Bild: Tür-Skulptur am Ort des "Paneuropäischen Picknicks, die von den Steinmetzen von Fertörákos errichtet wurde.
Rechtes Bild: Ehepaar Huber zeigt in ihrem Garten, der direkt an der Grenze zu Ungarn am Eisenberg liegt, ein Stück Stacheldraht vom Eisernen Vorhang.

Mehr über das "Paneuropäische Picknick"

Nikitsch im Burgenland

Menschen vor der Volksschule in Nikitsch im Burgenland. Foto: Kurt Kaindl

Vorbereitungen für ein kroatisch-österreichisches Fest in Nikitsch im Burgenland.

In Brennerbergbanya

Ein Bub im Grenzgebiet von Brennerbergbanya. Foto: Kurt Kaindl

Ein Bub im ehemaligen ungarischen Bergbauort Brennerbergbanya, das an drei Seiten von der Grenze eingeschlossen ist.

An der Grenze Ungarn - Österreich

Links: Aufbahrungshalle von Stalky. Rechts: Zwei österreichische Präsenzdiener auf Patrouille. Fotos: Kurt Kaindl

Linkes Bild: Die Aufbahrungshalle des Friedhofs von Stalky direkt an der Grenze in der Nähe des Grenzübergangs Drosendorf.
Rechtes Bild: Zwei österreichische Präsenzdiener auf Patrouillengang im burgenländischen Grenzort Bildein.

Auf der Murfähre

Portrait des Fährmanns der Murfähre. Foto: Kurt Kaindl

Die Murfähre zwischen Weiterfeld in der Steiermark und Sladki vrh in Slowenien verkehrt seit dem Jahr 2000 zwischen Österreich und Slowenien. Der Fährmann Ploj Vinko wird von den beiden Grenzgemeinden bezahlt.

Bei Stadlberg

Häuser an der Grenze bei Stadlberg. Foto: Kurt Kaindl

Grenze zu Tschechien bei Stadlberg in der Nähe von Karlsstift.

An der tschechischen Grenze

Links: Aufgang zur Steirerbrücke. Rechts: Radfahrer vor der Riegersburg. Fotos: Kurt Kaindl

Linkes Bild: Schilder beim Aufgang der "Steirerbrücke" (Stajerski most bei Apače / Črnci) warnen davor, die Brücke in Gruppen im Gleichschritt zu betreten. Die 2005 errichtete Brücke ist anfällig für Schwingungen.
Rechtes Bild: Zwei Radfahrer aus Tschechien besuchen das unmittelbar an der Grenze gelegene Schloss Riegersburg.

Im Gasthaus Percy

Portraits des tschechischen Kochs Jan Voleck. Foto: Kurt Kaindl

Der tschechische Koch Jan Voleck im österreichischen Gasthaus Percy in der Nähe des nördlichsten Punkt Österreichs.

Bei Buchers und Slavonice

Links: Kirche von Buchers. Rechts: Portrait von Peter Coreth. Fotos: Kurt Kaindl

Linkes Bild: Die zerstörte Kirche von Buchers (Pohori na Sumave) mit einem Kriegerdenkmal aus dem ersten Weltkrieg ("Nie wieder Krieg") direkt hinter einem Grenzübergang für Fußgänger von Karlsstift aus.
Rechtes Bild: Peter Coreth betreibt in einem renovierten alten Gutshof in Fratres direkt an der tschechischen Grenze bei Slavonice das "Museum Humanum" und die "Kulturbrücke" als Kulturveranstalter.